Die schriftliche Prüfung

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März 2008

Schriftliche Prüfung Online

  1. Welche der im folgenden genannten Begriffe kommen als Differentialdiagnose zu Tic-Störungen in Frage?

  2. Spätdyskinesien nach Neuroleptika-Behandlung
    Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS):
    Zwangsstörungen
    Hyperkinesen durch Medikamente
    Folgen bestimmter Infektionskrankheiten

     

  3. Ursachen für eine Demenz können sein:

  4. HIV Infektion
    Fehlernährung (Nikotinsäuremangel)
    Schilddrüsenunterfunktion
    Wiederholte Schlaganfälle
    Kurzfristiger Alkoholgenuss unter 15 g Alkohol/Tag bei einem gesunden Erwachsenen

     

  5. Welche der folgenden Aussagen passen zur Manie?

  6. Der Betroffene überschätzt sich selbst
    Es bestehen hypochondrische Züge
    Es kommt zu Assoziationslockerungen
    Es besteht ein erhöhtes Schlafbedürfnis
    Es kommt zu Minderwertigkeitsgefühlen

     

  7. Eine "anankastische (zwanghafte) Persönlichkeit" (nach ICD-10) ist unter anderem durch folgende Begriffe definiert:

  8. Deutliche und andauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen
    Übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasie und Introspektion
    Ausgeprägte Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden
    Rigidität und Eigensinn
    Dramatisierung bezüglich der eigenen Person, theatralisches Verhalten, übertriebener Ausdruck von Gefühlen

     

  9. Unter einer Verhaltenstherapie versteht man

  10. eine klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie (nach Rogers)
    eine psychoanalytische Psychotherapie
    eine psychoanalytische Fokaltherapie
    eine übertragungsfokussierte Psychotherapie
    ein Behandlungsverfahren, das auf Erkenntnissen der empirischen Psychologie (z.B. Lerntheorie) basiert

     

  11. An chronischen Opiatkonsum (Drogenkonsument) ist zu denken bei:

  12. Engen Pupillen
    Weiten Pupillen
    Schlechten Zähnen
    Deutlicher Gewichtszunahme
    Diarrhö

     

  13. In der klientenzentrierten Psychotherapie (nach Rogers)&

  14. wird die Technik der freien Assoziation angewendet
    können Anpassungsstörungen bearbeitet werden
    wiederholt der Therapeut die Aussagen des Patienten
    berät der Therapeut den Patienten in Lebenskrisen
    muss der Patient so lange in der Angstsituation verbleiben, bis die Angst abnimmt

     

  15. Bei welchen der folgenden Medikamentengruppen ist bei regelmäßiger Einnahme mit einer Abhängigkeitsentwicklung zu rechnen?

  16. Bei Morphinpräparaten
    Bei Antidepressiva
    Bei Codeinpräparaten
    Bei Tranquilizem
    Bei Neuroleptika

     

  17. Typisch für die hebephrene Schizophrenie ist:

  18. Im Vordergrund stehen akustische Halluzinationen (Stimmenhören)
    Im Vordergrund stehen affektive Veränderungen
    Im Vordergrund steht vor allem eine allgemeine Antriebssteigerung
    Sie tritt vor allem im höheren Lebensalter auf (typischerweise nach dem 60. Lebensjahr)
    Denkstörungen treten sehr selten auf

     

  19. Welche Komplikationen bzw. Symptome können bei einer Anorexia nervosa auftreten?

  20. Abführmittelmissbrauch
    Suizidalität
    Natrium- und Kaliummangel
    Selbst induziertes Erbrechen
    Deutliche Verminderung der Libido bei Männern

     

  21. Welche der folgenden Störungen des Denkens gelten als Ich-Störungen?

  22. Gedankenentzug
    Stimmungslabilität
    Gesteigertes Selbstwertgefühl
    Gedankeneingebung
    Innere Unruhe

     

  23. Welche der folgenden Aussagen zur Depression treffen zu?

  24. Depressive Störungen können in jedem Lebensalter - auch in der Kindheit - auftreten.
    Die Lichttherapie wird bei der sog. Winterdepression als Behandlungsform eingesetzt.
    Typische Symptome sind Verminderung des Antriebs und Aktivitätseinschränkung.
    Wahnideen wie z. B. Versündigungs- oder Verarmungsideen schließen eine schwere depressive Störung aus.
    In der depressiven Phase kann es zu Störungen des Vegetativums kommen (z. B. der Libido).

     

  25. Die Panikstörung, auch als "episodisch paroxysmale Angst" bezeichnet,&

  26. ist gekennzeichnet durch wiederkehrende schwere Angstattacken, die vorhersagbar sind, da sie im Zusammenhang mit spezifischen Auslösern auftreten, z.B. beim Betreten eines Aufzuges
    äußert sich oft mit plötzlich auftretendem Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühlen, Schwindel und Entfremdungsgefühlen (Depersonalisation oder Derealisation)
    lässt sich medikamentös problemlos beseitigen
    lässt sich durch das Auftreten optischer Halluzinationen diagnostizieren
    ist Ursache einer paranoiden Schizophrenie

     

  27. Welche der folgenden Aussagen zur geistigen Behinderung treffen zu?

  28. Menschen mit geistiger Behinderung haben oft eine Mehrfachbehinderung.
    Von einer mittelgradigen Intelligenzminderung (Imbezillität) spricht man bei einem IQ von 85.
    Bei Kindern mit geistiger Behinderung gelingt es heute in über 90 % der Fälle die Ursachen zu klären.
    Je schwerer der Grad der geistigen Behinderung, desto häufiger bestehen psychische Störungen und Symptome.
    Zu den präventiven Maßnahmen gegen bestimmte angeborene Intelligenzminderungen gehören Schutzimpfungen der Mutter vor Eintritt der Schwangerschaft.

     

  29. Welche der folgenden Begriffe sind typisch für die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern?

  30. Gute Schulnoten
    Beginn ab dem 9. Lebensjahr
    Regelverletzungen
    Großer Freundeskreis
    Niedrige Frustrationstoleranz

     

  31. Sie machen einen Hausbesuch bei einem Patienten, der ständig nestelnde Bewegungen mit den Händen ausführt. Er ist scheinbar orientierungslos, redet ohne erkennbaren Zusammenhang und hat scheinbar optische Halluzinationen. Welche der genannten Erkrankungen kommt am ehesten in Betracht?

  32. Manische Phase
    Demenz
    Delirium tremens
    SHT (Schädel-Hirn-Trauma)
    Schizophrenie

     

  33. Welche der folgenden Aussagen zum Suizid trifft (treffen) zu?

  34. Der Betroffene sollte nicht auf einen geplanten Suizid angesprochen werden
    In Deutschland liegt der Suizid an Rang 2 der Todesursachen
    Zu den Risikogruppen zählen alleinlebende Patienten ohne enge familiäre Bindung
    Wer einmal einen Suizidversuch unternommen hat wird dies nie wieder tun
    Lehnt ein Suizidgefährdeter eine Behandlung ab, so muss dies akzeptiert werden

     

  35. Welche der genannten Krankheiten kann Ursache eines endokrinen (hormonell bedingten) Psychosyndroms sein?

  36. Gehirnerschütterung
    Alkoholmissbrauch
    Hypothyreose
    Alzheimer-Erkrankung
    Drogensucht

     

  37. Zu den formalen Denkstörungen gehören:

  38. Perseveration bei hirnorganischen Erkrankungen
    Denkhemmung bei depressiven Zuständen
    Ideenflucht bei manischen Erkrankungen
    Wahnhaftes Denken bei paranoiden Psychosen
    Zerfahrenes Denken bei Schizophrenie

     

  39. Typisch für eine organische Halluzinose ist:

  40. Im Vordergrund steht eine getrübte Bewusstseinslage
    Die Halluzinationen können vom Patienten manchmal als solche erkannt werden
    Sie ist mit Verhaltenstherapie gut therapierbar
    Sie tritt bevorzugt zu Beginn der Pubertät auf
    Wahn dominiert das klinische Bild

     

  41. Sie werden zu einem Hausbesuch zu einer Patientin gebeten und erfahren, dass sie an einer Depression leidet, die vom Arzt medikamentös behandelt wird. Seit 5 Tagen nimmt sie schon die (trizyklischen) Antidepressiva ein, und es zeigt sich keinerlei Besserung der Stimmung. (Eine Suizidgefährdung ist nicht gegeben). Wie ist Ihr weiteres Vorgehen?

  42. Da sich nach 5 Tagen noch keinerlei Besserung zeigt, setzen Sie das Medikament ab und raten einen Psychiater aufzusuchen.
    Sie setzen das bisher verordnete Medikament ab und verordnen Johanniskraut.
    Da sich bisher keinerlei Besserung eingestellt hat, schlagen Sie vor, die Dosis des verschriebenen Medikaments zu erhöhen.
    Nachdem Sie sich überzeugt haben, dass die Patientin gut betreut wird, raten Sie ihr weiter abzuwarten, da die Medikamente meist längere Zeit brauchen, bis sich eine Wirkung einstellt.
    Da das Medikament keine Wirkung zeigt, muss die Ursache der Depression herausgefunden werden, am besten durch eine analytische Vorgehensweise.

     

  43. Welche der folgenden Aussagen zum Korsakow-Syndrom treffen zu?

  44. Typisch hierfür sind Desorientiertheit und Konfabulieren
    Primäre Ursache ist ein Mangel an Vitamin C
    Störungen des Zeitgefühls und des Zeitgitters treten nicht auf
    Irreversible Verläufe werden beobachtet
    Persönlichkeitsveränderungen treten auf

     

  45. Als Übertragung (im engeren Sinne) bezeichnet man in der Psychoanalyse:

  46. Den Vorgang, durch den ein psychisches in ein körperliches Symptom umgewandelt wird.
    Einen psychodynamischen Vorgang, durch den ein Angstimpuls in psychotisches Erlebnis übertragen wird.
    Den Vorgang, durch den ein - z.B. optisch wahrgenommenes - Geschehen in die subjektive, für andere unverständliche Logik eines psychotischen Erlebens übertragen wird.
    Den Vorgang des Übergehens depressiver Erlebnisweisen in manisches Erleben.
    Frühere Beziehungs- und Interaktionsmuster werden auf die therapeutische Beziehung übertragen.

     

  47. Welche der folgenden Aussagen zur Demenz treffen zu?

  48. Bei der Demenz vom Alzheimer Typ fällt ein akuter Beginn eines amnestischen Syndroms auf.
    Die vaskuläre Demenz ist häufig mit einem Bluthochdruck verbunden.
    Im Rahmen einer AIDS-Erkrankung kann im späteren Verlauf eine Demenz beobachtet werden.
    Die Alzheimer-Krankheit ist mit Medikamenten heilbar.
    Bei der Diagnose von Demenzerkrankungen spielen bildgebende Verfahren (z.B. kraniale Computertomographie) keine Rolle.

     

  49. Sie sehen sich einem Patienten gegenüber, der Ihrer Meinung nach ernsthaft ankündigt, sich das Leben zu nehmen. Unter welchen Voraussetzungen müssen Sie auch gegen seinen Willen die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus einleiten?

  50. In keinem Fall, auch ein Selbsttötungskandidat sollte nicht gegen seinen Willen stationär untergebracht werden.
    In jedem Fall, wenn Sie von der Ernsthaftigkeit der Ankündigung und einer unmittelbar drohenden Gefährdung überzeugt sind.
    In keinem Fall, da die Einschränkung des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit entgegensteht.
    In keinem Fall, da bei ausreichend intensiver Zuwendung eine stationäre Einweisung vermeidbar ist.
    In keinem Fall, da es sich nicht um eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung handelt.

     

  51. Zu den diagnostischen Leitlinien der Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 zählen:

  52. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums
    Dauerhafte Organschäden, beispielsweise der Leber
    Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums
    Nachweis einer Toleranz
    Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums

     

  53. Welche der folgenden Aussagen zur primären Enuresis treffen zu?

  54. Nach bereits erworbener Blasenkontrolle über 6 Monate tritt wieder Einnässen auf
    Familiäre Häufung wird nur selten beobachtet
    Primäre Enuresis ist definiert als unwillkürliches Einnässen ohne somatischen Befund über das 5. Lebensjahr hinaus
    Der Verlauf zeigt eine hohe Spontanheilungsrate
    Am häufigsten tritt sie tagsüber auf (Enuresis diurna)

     

  55. Welche der folgenden Aussagen trifft (treffen) für die bipolare affektive Störung nach ICD-10 (manisch-depressive Krankheit) zu?

  56. Bei der Entwicklung affektiver Störungen können frühere Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.
    Charakteristisch bei der bipolaren affektiven Erkrankung ist eine weitgehende bis vollständige Besserung zwischen den Episoden.
    Von der Erkrankung sind fast nur Männer betroffen.
    Manische Episoden beginnen in der Regel abrupt (rasch, innerhalb weniger Tage) und dauern zwischen zwei Wochen und vier bis fünf Monaten.
    Depressive Phasen der bipolaren Störung tendieren zu längerer Dauer, selten allerdings länger als ein Jahr.
 

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