Schriftliche Prüfung Online
Heilpraktiker Psychotherapie

März 2026

Mit den folgenden Aufgaben wird Ihr Wissen geprüft.
Sie erhalten jeweils eine Frage, zu der verschiedene Lösungsmöglichkeiten angegeben werden.

Beantworten Sie bitte die folgenden Aufgaben, indem Sie die richtigen Antworten anklicken.

 

Frage 1

Herr B. (86 Jahre) wird von seiner Ehefrau in die Praxis gebracht. Seit dem Vortag wirke er zunehmend verwirrt, könne sich schlecht konzentrieren und finde sich außerhalb der Wohnung nicht mehr zurecht. Nachts sei er unruhig, tagsüber schläfrig. Außerdem sei er in den letzten Monaten häufiger vergesslich gewesen, habe Wortfindungsstörungen gezeigt, öfter seine Schlüssel verlegt und sich z. B. beim Online-Banking schwergetan. Seit zwei Tagen klage er zudem über Brennen beim Wasserlassen. Welche der folgenden Verdachtsdiagnosen sind die wahrscheinlichsten?

Schlafapnoe-Syndrom
Alzheimer-Demenz
Delir bei Infektion
Leichte depressive Episode
Schizoaffektive Störung

 

Frage 2

Welche der folgenden Aussagen zu psychiatrischen Notfällen sind richtig?
Ein psychiatrischer Notfall …

ist ein Zustand, der einen unmittelbaren Handlungszwang zur Abwendung von Lebensgefahr oder von anderen schwerwiegenden Folgen mit sich bringt.
erfordert eine sofortige, an der akuten Symptomatik orientierte Therapie.
entsteht immer auf der Grundlage einer vorbestehenden psychiatrischen Erkrankung.
muss auf einer psychiatrischen Station behandelt werden.
erfordert eine Einweisung nach dem jeweils gültigen Landesgesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Erkrankungen.

 

Frage 3

Welche der folgenden Aussagen zu somatoformen Störungen sind richtig?

Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung beruht auf physiologischen Prozessen im peripheren vegetativen Nervensystem
Somatoforme Störungen können auch ohne somatische Abklärung diagnostiziert werden
Bei der klassischen Somatisierungsstörung sind multiple, wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome charakteristisch
Daumenlutschen und Nägelkauen gehören zu den somatoformen Störungen
Pathognomonisch für die somatoforme autonome Funktionsstörung sind subjektive Symptome, die so geschildert werden, als beruhten sie auf einem System oder Organ, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert ist

 

Frage 4

Welche der folgenden Aussagen zu Bewusstseinsstörungen sind richtig?

Ein komatöser Patient kann durch das Setzen starker Schmerzreize erweckt werden
Man unterscheidet quantitative und qualitative Bewusstseinsstörungen
Bei Somnolenz ist ein Patient schläfriger als bei Sopor
Benommenheit gehört zu den quantitativen Bewusstseinsstörungen
Qualitative Bewusstseinsstörungen beeinträchtigen nicht die Ansprechbarkeit des Betroffenen

 

Frage 5

Welche der folgenden Aussagen treffen auf die paranoide Persönlichkeitsstörung zu?

Die Störung ist durch ein tiefgreifendes, überdauerndes Misstrauen gegenüber anderen Menschen gekennzeichnet
Betroffene zeigen häufig eine emotionale Kälte und Neigung zu sozialen Rückzügen
Die Störung gehört zum schizophrenen Formenkreis
Typisch ist ein tief verwurzeltes, anhaltendes Verhaltensmuster
Die Behandlung erfolgt primär medikamentös mit Antipsychotika

 

Frage 6

Welche der folgenden Aussagen zu Persönlichkeitsstörungen in der ICD-10 ist falsch?

Die schizoide Persönlichkeitsstörung ist u. a. gekennzeichnet durch ein einzelgängerisches Verhalten und ein nur begrenztes Vermögen, Gefühle auszudrücken
Patienten mit einer abhängigen (asthenischen) Persönlichkeitsstörung verlassen sich bei Entscheidungen häufig passiv auf andere
Die dissoziale Persönlichkeitsstörung inkludiert auch die sogenannte „soziopathische“ und „psychopathische“ Persönlichkeitsstörung
Patienten mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung versuchen Aufmerksamkeit zu vermeiden und neigen zu sozialem Rückzug
„Borderline“ ist ein Subtyp der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung

 

Frage 7

Zur Abklärung einer psychischen Erkrankung muss eine ausführliche Anamnese erhoben werden.
Welche der folgenden Aussagen zur Erhebung der Anamnese ist richtig?

Die Anamnese sollte möglichst mit dichotomen (geschlossenen) Fragen erhoben werden
Frühere Erkrankungen sind nicht Teil der Anamnese
Aktuelle Lebensumstände und die Biografie spielen keine Rolle
Allergien sollten nur aufgenommen werden, wenn entsprechende Testergebnisse vorliegen
Ziel der Anamnese sind Diagnosefindung, Therapieplanung und Risikobewertung

 

Frage 8

Welche der folgenden Aussagen zur International Classification of Diseases (ICD) sind richtig?

In Deutschland werden Erkrankungen, Verletzungen und andere gesundheitliche Umstände gemäß der ICD-10 kodiert
Neben der ICD-10 gibt es andere Klassifikationssysteme, z. B. DSM-5
Im Kapitel G00 bis G99 (der ICD-10) sind psychische und Verhaltensstörungen kodiert
In der ICD-10 sind die Kriterien definiert, nach denen die einzelnen Diagnosen vergeben werden können
Wenn ein Patient / eine Patientin die Kriterien für zwei psychische Erkrankungen erfüllt, muss die Diagnose gewählt werden, bei der die höhere Anzahl von Kriterien erfüllt wird

 

Frage 9

Welche der folgenden Aussagen zu Zwangsstörungen ist richtig?

Zwangsstörungen werden in aller Regel als Ich-synton erlebt
Die Enuresis nocturna des Kindesalters gehört zu den Zwangsstörungen
Menschen mit einer Zwangsstörung können die Sinnlosigkeit oder Ineffizienz ihrer Zwangshandlungen krankheitsbedingt nicht erkennen
Stereotype Zwangshandlungen werden oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Schadensereignis erlebt
Zwangsgedanken werden von den Betroffenen nicht als quälend erlebt

 

Frage 10

Welche der folgenden Aussagen zum Vulnerabilitäts-Stress-Modell sind richtig?

Genetische Faktoren spielen im Vulnerabilitäts-Stress-Modell keine Rolle
Empathie ist der Hauptbestandteil der individuellen Vulnerabilität
Bei den meisten psychischen Erkrankungen geht man von einer multifaktoriellen Genese aus
Bei schweren Belastungen und / oder bei Substanzmissbrauch können auch Menschen mit einer geringen Vulnerabilität erkranken
Natürliche Veränderungen (z. B. Adoleszenz oder Menopause) sind keine Stressoren im Sinne des Vulnerabilitäts-Stress-Modells

 

Frage 11

Das AMDP-System ist ein anerkannter Standard zur methodischen Dokumentation psychiatrischer Befunde.
Welche der folgenden Aussagen zum psychopathologischen Befund sind richtig?

Unter Konzentrationsstörungen versteht man eine Herabsetzung oder Aufhebung der Fähigkeit, Informationen länger als ca. 60 Minuten zu speichern
Eine Auffassungsstörung bezeichnet eine Störung der Fähigkeit, Äußerungen und Texte in ihrer Bedeutung zu verstehen
Grübeln gehört zu den inhaltlichen Denkstörungen
Ratlosigkeit ist eine formale Denkstörung
Beim systematisierten Wahn können die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Inhalten logisch oder auch paralogisch sein

 

Frage 12

Herr M. (21 Jahre, in Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement) berichtet von Antriebslosigkeit, Interessenverlust und Schuldgefühlen seit ca. 6 Wochen. Er schlafe viel, fühle sich morgens besonders schlecht und habe manchmal passive Todeswünsche. Auf Nachfrage berichtet der Patient, vor zwei Jahren habe er eine etwa einwöchige Phase mit deutlich erhöhter Energie, vermindertem Schlafbedürfnis und übertriebenen Online-Käufen erlebt.
Welche der folgenden Diagnosen trifft am ehesten zu?

Unipolare depressive Episode
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
Bipolare affektive Störung, gegenwärtig depressive Episode
Dysthymie
Schizoaffektive Störung

 

Frage 13

Welche der folgenden Aussagen zum dopaminergen System sind richtig?

Dopamin ist ein ausschließlich zentralnervöser Botenstoff
Laut der Dopaminhypothese ist eine Überaktivität des dopaminergen Systems der Auslöser des Parkinsonsyndroms
Dopamin ist die alleinige Ursache für Suchterkrankungen
Laut der Dopaminhypothese ist eine Überaktivität des dopaminergen Systems der Auslöser schizophrener Symptome
Haloperidol ist eines der (historisch) ersten antipsychotisch wirksamen Medikamente

 

Frage 14

Welches der folgenden Symptome gehört zu den Ich-Störungen?

Sprachverarmung
Apathie
Gedankenabriss
Gedankenentzug
Negativismus

 

Frage 15

Im Jahr 2023 beendeten ca. 10.300 Menschen in Deutschland ihr Leben durch einen Suizid. Schätzungen zufolge lag die Anzahl der Suizidversuche rund zehnmal so hoch.
Welche der folgenden Aussagen zu Suizidalität sind richtig?

Die Mehrzahl der vollendeten Suizide wurde von Menschen im Alter von 50 Jahren und darüber durchgeführt
Frühere Suizidversuche sind kein Risikofaktor für einen vollendeten Suizid im Verlauf
Suizide und Suizidversuche stehen zwangsläufig im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen
Einem Suizid geht stets ein präsuizidales Syndrom voraus
Maßnahmen zur Suizidprävention, wie z. B. das Sichern von hohen Gebäuden durch Absperrgitter oder Fangnetze sind Teil der sogenannten Verhältnisprävention

 

Frage 16

Welche der folgenden Aussagen zu depressiven Störungen sind richtig?

Zur Diagnose einer depressiven Störung gemäß ICD-10 müssen mindestens zwei Hauptsymptome vorliegen
Suizidgedanken oder -handlungen gehören zu den Hauptsymptomen der Depression
Interessenverlust oder Freudlosigkeit gehören zu den Hauptsymptomen der Depression
Neben einem verminderten Appetit kann bei der Depression auch ein gesteigerter Appetit auftreten
Der Schweregrad einer Depression wird anhand der Anzahl der Haupt- und Zusatzsymptome bestimmt

 

Frage 17

Welche der folgenden Aussagen zur bipolaren Störung sind richtig?

Die Diagnose einer bipolaren Störung kann nach Feststellung je einer depressiven und einer manischen oder hypomanischen Phase gestellt werden
Das Rezidivrisiko ist bei der bipolaren Störung generell als hoch bis sehr hoch einzustufen
Eine Behandlung in den akuten Phasen der Erkrankung ist ausreichend
„Rapid Cycling“ bezeichnet schnell aufeinanderfolgende depressive Episoden
Der Einsatz einer sogenannten „Phasenprophylaxe“ sollte erwogen werden

 

Frage 18

Welche der folgenden Störungen gehören (gemäß ICD-10) zu den anhaltenden affektiven Störungen?

Depressive Episode
Dysthymie
Bipolare Störung
Manie
Zyklothymie

 

Frage 19

Bei einer Depression können auch wahnhafte oder psychotische Symptome auftreten.
Welche der folgenden Aussagen zur wahnhaften Depression ist richtig?

Wenn bei einer Depression wahnhafte oder psychotische Symptome auftreten, ist diese stets als schwergradig einzustufen
Psychotische Symptome im Rahmen einer Depression treten ausschließlich in Form von akustischen Halluzinationen auf
Die große Mehrheit der schwergradigen Depressionen gehen mit psychotischen Symptomen einher
Ein typisches Wahnthema bei der wahnhaften Depression ist der Größenwahn
Eine medikamentöse Behandlung ist bei einer wahnhaften Depression nicht indiziert

 

Frage 20

Welche der folgenden Aussagen zur Schizophrenie sind richtig?

Eine psychopharmakologische Behandlung mit Antipsychotika ist zentraler Bestandteil der Akut-Therapie
Eine Demenzerkrankung kann eine Schizophrenie auslösen
Die Konkordanzrate bei Schizophrenie liegt bei eineiigen Zwillingen bei nahezu 50 %
Cannabiskonsum kann das Erkrankungsrisiko vermindern
Die Mehrzahl der Neuerkrankungen geht auf Hirnerkrankungen oder Drogenkonsum zurück

 

Frage 21

Welche der folgenden Aussagen zur emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ sind richtig?

Selbstverletzendes Verhalten ist ein obligates Symptom zur Diagnosestellung
Impulsives Verhalten ist auch ein Diagnosekriterium des Borderline-Typs
Die Mehrzahl der von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung Betroffenen berichtet von traumatischen Ereignissen in der Vorgeschichte
Insbesondere impulsive Verhaltensweisen sind einer geeigneten psychotherapeutischen Behandlung gut zugänglich und können gebessert werden
Die medikamentöse Behandlung spielt eine entscheidende Rolle in der Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung

 

Frage 22

Welche der folgenden Aussagen zum Parkinsonoid sind richtig?

Zur klassischen Symptomatik gehören Rigor, Tremor und Akinese
Ein Parkinsonoid kann mit Antipsychotika behandelt werden
Ein Parkinsonoid kann durch Antipsychotika verursacht werden
Ein hoher Lithiumspiegel spricht gegen ein Parkinsonoid
Parkinsonoid ist ein Synonym für die Parkinson-Erkrankung

 

Frage 23

Herr L. (24 Jahre) wird von seiner Schwester vorgestellt. Seit ca. drei Monaten wirke er zunehmend zurückgezogen, spreche wenig und reagiere oft verspätet auf Fragen. Weiter gibt die Schwester ergänzend an, ihr Bruder wirke manchmal „verängstigt“ und sei misstrauisch gegenüber Fremden. Der Patient selbst berichtet, Stimmen zu hören, die ihm sagen würden, er sei „schlecht“ und dass er überzeugt sei, dass andere ihn beobachten würden. Bei der Arbeit falle es ihm schwer, Aufgaben zu planen oder zu Ende zu bringen.
Welche der folgenden Diagnosen kommen am ehesten in Betracht?

Paranoide Schizophrenie
Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
Schizoaffektive Störung
Bipolare affektive Störung, manische Episode
Angststörung

 

Frage 24

Welche der folgenden Aussagen zu Dokumentations- und Schweigepflichten von Heilpraktikern sind richtig?

Heilpraktiker haben ein Zeugnisverweigerungsrecht gemäß § 53 StPO
Heilpraktiker unterliegen der zivilrechtlichen Schweigepflicht
Heilpraktiker stehen unter der Disziplinaraufsicht ihrer Berufsverbände
Heilpraktiker haben hinsichtlich ihrer Dokumentation nur eine allgemeine Sorgfaltspflicht
Vor Gericht müssen Heilpraktiker in jedem Fall aussagen

 

Frage 25

Es existiert keine einheitliche Definition der Intelligenz. Dennoch sind Aussagen über die menschliche Intelligenz möglich.
Welche der folgenden Aussagen zur Intelligenz ist richtig?

Je nach Testverfahren weisen IQ-Werte meist einen Mittelwert von 100 und eine Standardabweichung von 15 auf. Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat einen IQ-Wert zwischen 85 und 115
Menschen mit einem IQ größer als 115 werden auch als „intellektuell hochbegabt“ bezeichnet
Ein Erwachsener mit einem IQ von 35–49 hat ungefähr ein Intelligenzalter von 3 bis unter 6 Jahren
Ab einem IQ von unter 70 spricht man von einer Intelligenzminderung, was einer geistigen Behinderung entspricht
Eine Intelligenzminderung geht immer mit einer deutlichen Verhaltensstörung einher

 

Frage 26

Welche der folgenden Aussagen zu Suchterkrankungen ist richtig?

In der Kategoriengruppe F1 in der ICD-10 werden neben den substanzbezogenen auch die verhaltensbezogenen Suchterkrankungen erfasst
Infolge der (Teil-)Legalisierung von Cannabis kann die Diagnose einer Cannabisabhängigkeit nicht mehr vergeben werden
Eine Suchterkrankung im engeren Sinne liegt nur vor, wenn bei Abstinenz körperliche Entzugssymptome auftreten
Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen spielt das limbische System
Das Suchtpotential von Cannabis ist deutlich höher als das von Alkohol oder Nikotin

 

Frage 27

Welche der folgenden Aussagen zur Einwilligungsfähigkeit sind richtig?

Vor dem Beginn einer Behandlung muss der Heilpraktiker / die Heilpraktikerin die Einwilligungsfähigkeit des Patienten / der Patientin feststellen
Besteht keine Geschäftsfähigkeit liegt auch keine Einwilligungsfähigkeit vor
Besteht keine Einwilligungsfähigkeit, liegt auch keine Geschäftsfähigkeit vor
Bei Jugendlichen hängt die Einwilligungsfähigkeit nicht nur vom Alter, sondern auch von der individuellen geistigen und sittlichen Reife ab
Bei Jugendlichen ist die Einwilligungsfähigkeit in der Regel ab dem vollendeten 16. Lebensjahr anzunehmen

 

Frage 28

Welche der folgenden Aussagen zur Orientierung bzw. Orientierungsstörungen ist falsch?

Ein vollständiger psychopathologischer Befund muss auch Aussagen zur Orientierung enthalten
Es gibt 3 Dimensionen der Orientierung
Orientierungsstörungen können stabil oder fluktuierend auftreten
Bei der Beschreibung von Orientierungsstörungen sollte der Schweregrad mit angegeben werden
Eine schwergradige Desorientierung kann freiheitsentziehende Maßnahmen begründen