Schriftliche Prüfung Online
Heilpraktiker Psychotherapie

Oktober 2006

Mit den folgenden Aufgaben wird Ihr Wissen geprüft.
Sie erhalten jeweils eine Frage, zu der verschiedene Lösungsmöglichkeiten angegeben werden.

Beantworten Sie bitte die folgenden Aufgaben, indem Sie die richtigen Antworten anklicken.

Frage 1

Durch wen kann die Anregung einer rechtlichen Betreuung erfolgen?

einen Arzt oder Psychotherapeuten
einen in der Psychiatrie erfahrenen Arzt
einen Nervenarzt oder Psychiater
eine öffentliche Einrichtung
Jedermann

 

Frage 2

Zu den typischen Symptomen einer Manie zählen:

ein deutlich erhöhtes Schlafbedürfnis
Formale Denkstörungen
vermindertes Selbstwertgefühl mit Zweifel an sich selbst
ein deutlich gesteigertes Redebedürfnis
man hält sich für deutlich qualifizierter und intelligenter als man tatsächlich ist

 

Frage 3

Was gilt für die Verhaltenstherapie?

Körperliche Züchtigung bei einem Kind, das immer nicht richtig aufisst, ist ein Beispiel für positive Verstärkung.
Intermittierende Verstärker (mal wird verstärkt, mal nicht) erwiesen sich - was den langzeitigen Behandlungserfolg (Löschungsresistenz) betrifft - wirksamer als kontinuierliche Verstärker.
Wichtig bei operanten Verfahren ist die zeitliche Nähe zwischen problematischem Verhalten und den folgenden Konsequenzen.
Die apparative Enuresis-Behandlung basiert überwiegend auf einer klassischen Konditionierung.
Verschieben einer Prüfung bei starker Prüfungsangst (Vermeidungsverhalten) ist ein Beispiel für negative Verstärkung.

 

Frage 4

Zu den formalen Denkstörungen zählt:

Gedankenentzug
Gedankenlautwerden
Gedankenausbreitung
Assoziativ gelockertes Denken
Kommentierende Stimmen

 

Frage 5

Zu den Positivsymptomen einer Schizophrenie gehören:

Verfolgungswahn
Antriebsmangel
Mangelnde Körperpflege
Lautes Hören eigener Gedanken
Hypersomnie (krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis)

 

Frage 6

Was ist typische bei Patienten mit Anorexia nervosa?

Der Body-Mass-Index (BMI) liegt im Normalbereich.
Die Betroffenen haben eine Körperschema-Störung.
Die Betroffenen haben schon häufig Diäten durchgeführt.
Es treten Hormonstörungen auf.
Eine Himbeerzunge ist charakteristisch.

 

Frage 7

Was gilt bei Bulimia nervosa?

Betroffene zeigen ihre Symptomatik sehr gerne in der Öffentlichkeit.
Eine typische Komplikation der Bulimia nervosa ist eine Schilddrüsenentzündung.
Betroffene weisen oft eine unterdurchschnittliche Intelligenz (an der Grenze zur Debilität) auf.
Bei einer Fressattacke können Betroffene auf einmal über 3000 kcal verzehren.
Den Betroffenen fehlt immer die Krankheitseinsicht.

 

Frage 8

Psychopathologisches Phänomen einer Schizophrenie ist:

Nykturie
Schlaganfall
Sogenannte "doppelte Buchführung"
Drittes Herzgeräusch
Koma

 

Frage 9

Zum präsuizidalen Residuum nach Ringel gehören:

Gehemmte Aggression
Selbstmordphantasien
Aggressionen nach außen abreagiert
Gedankliche Einengung
Ausweitung sozialer Kontakte

 

Frage 10

Welche Aussage trifft am ehesten auf die Verhaltenstherapie zu?

kann nicht mit einer Pharmakotherapie gekoppelt werden
arbeitet bevorzugt mit Übertragung und Gegenübertragung
arbeitet ausschließlich in Gruppen
wurde von Carl Rogers begründet
arbeitet unter Einbeziehung kognitiver Theorien

 

Frage 11

Welche Symptome zählen nach ICD-10 zu den diagnostischen Kriterien für das Tourette-Syndrom?

Ausschließliches Auftreten bei Kindern mit geistiger Behinderung.
Die Erkrankung persistiert nie bis ins Erwachsenenalter.
Soziale und berufliche Beeinträchtigung treten in der Regel nicht auf.
Multiple motorische Tics und einer oder mehrere vokale Tics.
Die Symptome bessern sich in der Adoleszenz.

 

Frage 12

Was gilt für psychotherapeutische Verfahren?

Die psychoanalytische Standardtherapie ist ein Langzeitverfahren.
Die kognitive Therapie wirkt regressionsfördernd.
Das Psychodrama ist ein Entspannungsverfahren.
Die Psychoanalyse ist ein aufdeckendes Verfahren.
Körperorientierte Psychotherapie findet nur in Gruppen statt.

 

Frage 13

Welches der genannten Verfahren ist am ehesten zur Therapie einer spezifischen Phobie geeignet?

Psychoanalyse
Dynamische Psychotherapie
Systematische Desensibilisierung
Hypnose
Autogenes Training

 

Frage 14

Welche Symptome lassen Sie an ein Hyperkinetisches Syndrom denken?

Der Betroffene ist häufig "auf Achse" oder handelt oftmals, als wäre er "getrieben".
Typische Intelligenzminderung
Impulsives Handeln
Ernährt sich mit viel zuviel Süßigkeiten
Störung der Aufmerksamkeit

 

Frage 15

Zu den Negativsymptomen einer Schizophrenie zählt (zählen):

Gedankenausbreitung
Inhaltliche Denkstörungen
Emotionale Verarmung
Sozialer Rückzug
Manie

 

Frage 16

Welche Aussage zum Alkoholdelir (Delirium tremens) trifft zu?

Typisch ist das Vorliegen einer Bradykardie.
Wahrnehmungsstörungen treten nicht auf.
Es handelt sich um eine lebensbedrohliche Störung.
Therapie der Wahl ist die Gabe von 0,1 l Alkohol, 40 %.
Durch ein einfühlsames Gespräch und die Gabe pflanzlicher Beruhigungsmittel ist in der Regel nach wenigen Stunden Symptomfreiheit vorhanden.

 

Frage 17

Welche der folgenden Begriffe beziehen sich auf die Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers?

Positive Verstärkung
Kongruenz
Empathie
Traumdeutung
Bedingungsfreie Akzeptanz

 

Frage 18

Welche Aussagen zur Suizidalität treffen zu?

Die Aussage: "Wer über Suizid redet, begeht ihn nicht" trifft nahezu immer zu.
Risikofaktor für Suizid in Deutschland ist hauptsächlich Kinderlosigkeit.
Einen "Bilanzsuizid" begehen in erster Linie junge Menschen.
Suizidhandlungen werden auch spontan durchgeführt, z.B. als sogenannte "Affektreaktion".
Beim sogenannten erweiterten Suizid nimmt der Betroffene meist andere, ihm fremde Menschen mit in den Tod.

 

Frage 19

Zu den typischen psychopathologischen Symptomen der Schizophrenie zählen:

Störung der zeitlichen Orientierung
Angeborene Intelligenzstörungen
Gedächtnisstörungen
Beeinträchtigung des Bewusstseins
Störung des inhaltlichen Denkens

 

Frage 20

Zur dissozialen Persönlichkeitsstörung gehören:

Fehlende Reue, die sich in Gleichgültigkeit oder Rationalisierung äußert.
Unvermögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehungen, aber keine Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen.
Unfähigkeit zum Lernen aus Erfahrung.
Dauerhafte Einhaltung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen.
Unterordnung der eigenen Bedürfnisse unter die von anderen.

 

Frage 21

Welche der folgenden Aussagen zu Tic-Störungen treffen zu?

Es besteht niemals eine genetische Disposition.
Räuspern, Hüsteln, Grunzen und Bellen gehören zu den möglichen Phänomen der einfachen vokalen Tics.
Die Tics können willentliche dauerhaft von den betroffenen Kindern unterdrückt werden
Im Extremfall können Tic-Störungen zu einem selbstverletzenden Verhalten führen.
Eine neuroleptische Behandlung kann bei schweren Tic-Störungen indiziert sein.

 

Frage 22

Welche Symptome sind in einer depressiven Episode zu erwarten?

Es besteht ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit.
Frühmorgendliches Erwachen spricht gegen eine Depression.
Das Ausmaß der Symptomatik reicht von leicht gedrückter Stimmung bis zu schwermütigem, scheinbar ausweglosem, versteinertem Nichts-mehr-Fühlen-Können.
Erkennbar meist an mangelnder Mimik und Gestik, leiser, zögernder Stimme.
Verminderter Appetit ist ein häufiges Symptom.

 

Frage 23

Was gilt bei depressiven Episoden im hohen Lebensalter?

Es wird häufig zu Unrecht eine Demenz angenommen.
Eine Psychotherapie ist als Behandlung stets ausreichend.
Schwere Depressionen werden im hohen Lebensalter so gut wie nie beobachtet.
Körperliche Symptome treten nicht auf.
Es handelt sich um eine normale Alterserscheinung.

 

Frage 24

Was gilt bei Zwangsstörungen?

Im Kindesalter werden Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen nicht unbedingt als sinnlos oder unsinnig erlebt.
Die häufigsten Zwangshandlungen sind Waschzwänge und Kontrollzwänge.
Die Ausübung der Zwangshandlung verstärkt die Ängste des Betroffenen.
Der Betroffene ist nicht krankheitseinsichtig.
Beide Geschlechter sind etwa gleich häufig betroffen.

 

Frage 25

Für ADHS gilt?

Die Prävalenzrate für Alkohol- und Drogenmissbrauch ist bei ADHS-Patienten gegenüber gesunden Kontrollpersonen nicht erhöht.
Die Symptome beginnen nicht vor dem 12. Lebensjahr.
Eine emotionale Labilität und Störung der Impulskontrolle ist nicht vorhanden.
Gehäuftes familiäres Auftreten deutet auf eine genetische Komponente hin.
ADHS-Betroffene zeigen bei der Arbeit, Partnerschaft und Familie ein normales Funktionsniveau.

 

Frage 26

Was zählt zum psychologischen Befund?

Formaler Gedankengang
Stimmung
Blutdruckmessung
Ich-Erleben
Bewusstseinlage

 

Frage 27

Bei welchen der folgenden Therapieverfahren handelt es sich um eine verhaltenstherapeutische Intervention?

Katathymes Bilderleben
Einsatz eines Verstärkerplans
Expositionstraining
Klientenzentrierte Spieltherapie
Selbstkontrollverfahren

 

Frage 28

Welche der folgenden Zuordnungen treffen zu?
Fixierungen in einer bestimmten Phase führen nach der klassischen Theorie von Freud zu typischen Charakterauffälligkeiten.

Durch orale Fixierung = Hysterische Haltung: Konversion
Durch anale Fixierung = Zwanghafte Haltung: Geiz und Pedanterie (Anankasmus)
Durch phallische Fixierung = Verschlossenheit und Misstrauen anderen gegenüber
Durch orale Fixierung = Antriebsminderung, Niedergeschlagenheit (dependet + demandig)
Durch einen nicht gelösten Ödipuskonflikt = Verschlossenheit und Misstrauen anderen