Schriftliche Prüfung Online
Heilpraktiker Psychotherapie

Oktober 2024

Mit den folgenden Aufgaben wird Ihr Wissen geprüft.
Sie erhalten jeweils eine Frage, zu der verschiedene Lösungsmöglichkeiten angegeben werden.

Beantworten Sie bitte die folgenden Aufgaben, indem Sie die richtigen Antworten anklicken.

 

Frage 1

Was sind die Hauptmerkmale einer Agoraphobie?

Das Vorliegen einer depressiven Störung
Stottern
Angst im öffentlichen Raum
Beschränkung der Angst auf Prüfungssituationen
Vermeidungsverhalten bestimmter Situationen aktuell oder in der Vergangenheit

 

Frage 2

Welche der folgenden Aussagen über „Neue psychoaktive Stoffe“ (NPS) treffen zu?

NPS sind in der Regel harmlos, weil es sich nicht um klassische Drogen handelt
NPS werden häuft als „Kräutermischung“ oder „Badesalze“ angeboten
Durch das Verbot ganzer Stoffgruppen wird die legale Einführung neuer NPS erschwert
NPS gelten als sichere Ergänzung einer Psychotherapie, da sie tranceähnliche Zustände auslösen können
Als NPS finden unter anderem synthetische Cannabinoide, Phenethylamine und Cathinone Anwendung

 

Frage 3

Welche Aussage ist falsch?

Die ICD-10 Klassifikation unterscheidet zwischen einer körperlichen und einer psychischen Abhängigkeit
Opioide verfügen über ein besonders hohes Abhängigkeitspotenzial
Ketamin kann bei therapieresistenten Depressionen eingesetzt werden
Die empathogene Partydroge „XTC“ liegt meistens in Form des Wirkstoffs MDMA (3,4-Methylendioxy-Nmethylamphetamin) vor
Das Abhängigkeitspotenzial von Halluzinogenen ist geringer als das von Benzodiazepinen

 

Frage 4

Welches Symptom lässt am ehesten an eine beginnende Demenz denken?

Gangstörung
Affektive Veränderung
Paranoider Wahn
Bewusstseinsverschiebung
Stuhl- und Harninkontinenz

 

Frage 5

Eine Mutter kommt in ihre Praxis mit ihrer 7-jährigen Tochter und berichtet von Auffälligkeiten des Schlafs ihrer Tochter, sodass Sie vermuten, dass das Mädchen unter Nachtangst (Pavor nocturnus) leidet.

Die Ereignisse beginnen mit einem Panikschrei und werden oft von vegetativen Symptomen begleitet
Die Episoden treten meist auf im letzten Drittel des Nachtschlafes, kurz bevor der Wecker klingelt
Das Kind erinnert sich lebhaft an den Traum und hat demzufolge Angst wieder einzuschlafen
Die Störung gehört zu den Dyssomnien
Eine medikamentöse Behandlung mit Beruhigungsmitteln gehört zum therapeutischen Standard

 

Frage 6

Welche der folgenden Aussagen zu § 1831 BGB (freiheitsentziehende Unterbringung nach BGB) treffen zu?

Eine Unterbringung des Betreuten auf Antrag des rechtlichen Betreuers, die mit Freiheitsentziehung verbunden ist, ist zur Abwendung eines Suizides oder eines drohenden erheblichen gesundheitlichen Schadens zulässig
Die Unterbringung ist nur mit Genehmigung des Betreuungsgerichts zulässig. Ohne die Genehmigung ist die Unterbringung zulässig, wenn mit dem Aufschub Gefahr verbunden ist.
Eine Unterbringung ist nur in psychiatrischen Kliniken, nicht aber in Pflegeheimen möglich
Liegt eine entsprechende Patientenverfügung vor, so ist eine Unterbringung nach BGB nicht möglich
Eine Unterbringung ist auch dann möglich, wenn beim Betreuten keine akute psychiatrische Erkrankung diagnostiziert wurde

 

Frage 7

Welche Aussagen treffen auf den Begriff Intelligenzminderung zu?

Von einer Intelligenzminderung spricht man, wenn der Intelligenzquotient (IQ) unterhalb der Norm liegt, das heißt ab einem IQ < 100
Ein IQ-Bereich von 35–49 entspricht bei Erwachsenen einem normalen Intelligenzalter von 6 bis unter 9 Jahren
Eine Intelligenzminderung stellt kein Ausschlusskriterium für eine Verhaltenstherapie oder eine medikamentöse Behandlung dar
Zu den Sonderformen einer Intelligenzminderung zählen die Dyskalkulie oder das Asperger-Syndrom
Da es sich um verschiedene Genesen handelt, können Menschen mit einer Intelligenzminderung keine Demenz entwickeln

 

Frage 8

Welche der folgenden Symptome können im Rahmen einer multiplen Sklerose auftreten?

Euphorische Stimmung sowie verflachter Affekt
Dementielle Symptome
Flashbacks
Sehstörungen
Paranoide Symptome

 

Frage 9

Welche Aussagen zu Psychopharmaka sind korrekt?

Neuroleptika wirken antipsychotisch, angstlösend und psychomotorisch dämpfend
Unter Quetiapin, zum Beispiel Seroquel Prolong®, finden sich als Nebenwirkungen Schwindel, Mundtrockenheit, eine Gewichtszunahme und extrapyramidale Symptome
Echtes Johanniskraut darf bei depressiven Episoden angewendet werden
Echtes Johanniskraut kann als nicht verschreibungspflichtiges Präparat unbedenklich mit allen anderen Arzneimitteln zusammen eingenommen werden
Angstlösende Arzneimittel wie Benzodiazepine führen oft zu Tagesmüdigkeit

 

Frage 10

Welche Aussage ist richtig?

Von der Hypophyse werden die motorischen Aktionen des Körpers koordiniert
Die beiden Hälften des Großhirns sind über den Balken verbunden
Der Parasympathikus ist für die Aktivierung von Körperzuständen zuständig (entwicklungsgeschichtlich Flucht und Kampf)
Im limbischen System liegt das Regulationszentrum von Atmung und Kreislauf
Bei Ausfällen im Hippocampus kommt es z. B. zu Gangunsicherheit oder verwaschener Sprache

 

Frage 11

Aus welchem Grund / aus welchen Gründen kann dem Patienten die Einsicht in seine Krankenunterlagen verweigert werden?

Einem Patienten darf aus keinem Grund die Einsicht in seine Krankenunterlagen verweigert werden
Einem Patienten darf auch ohne Nennung von Gründen die Einsicht in seine Krankenunterlagen verweigert werden
Einsicht in die Krankenunterlagen darf dem Patienten dann begründet verweigert werden, wenn die Rechte Dritter durch die Einsichtnahme verletzt werden
Einsicht in die Krankenunterlagen darf dem Patienten dann begründet verweigert werden, wenn dem erhebliche therapeutische Gründe entgegenstehen
Einsicht in die Krankenunterlagen darf dem Patienten dann begründet verweigert werden, wenn die Einsichtnahme nur mündlich beantrag wird

 

Frage 12

Welches der nachgenannten Krankheitszeichen gehört nicht zu einer Panikstörung?

Starkes Herzklopfen und Herzrasen
Zittern der Hände, Arme und Beine
Gefühl von Schwindel, Schwäche, Unsicherheit, Benommenheit
Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation)
Bewusstseins- und / oder Orientierungsstörungen

 

Frage 13

Welche Aussage zum Tourette-Syndrom ist richtig?

Das Tourette-Syndrom ist ausschließlich durch vokale Tics gekennzeichnet
Zur Diagnosestellung müssen die Symptome des Tourette-Syndroms mindestens seit einem Jahr vorhanden sein
Das Hauptmanifestationsalter ist im 3. Lebensjahr
Zum Tourette-Syndrom gehört die Koprolalie, nicht aber die Echolalie
Das Tourette-Syndrom zählt zu den Epilepsien

 

Frage 14

Welche Aussage ist richtig?

Zu den sogenannten Hauptsymptomen einer depressiven Episode zählen die Schlaflosigkeit und der Appetitmangel
Bei einer depressiven Episode unterscheidet man leichte, mittelschwere und schwere Ausprägungen
Eine schwere depressive Episode geht in der Regel mit einer Psychose einher
Bei einer Dysthymia fühlen sich die Patientinnen und Patienten vornehmlich erschöpft und depressiv, sind aber in der Regel fähig, mit den wesentlichen Anforderungen des täglichen Lebens zurechtzukommen
Bei einer depressiven Episode ist eine Lichttherapie notwendig

 

Frage 15

Welche Aussagen im Umgang mit suizidalen Patientinnen / Patienten sind richtig?

Latente Suizidgedanken erfordern kein unmittelbares therapeutisches Vorgehen
Nur Menschen mit einer psychischen Erkrankung begehen einen Suizidversuch
Die Exploration der jetzigen und früheren Umstände, die zu Suizidalität geführt haben, ist unerlässlich in der Akutsituation
Die Vereinbarung eines Antisuizidvertrages ist sinnvoll bei nicht akuter Suizidalität
Die Äußerung von Suizidgedanken entbindet nicht zwangsläufig von der Schweigepflicht

 

Frage 16

Welche Aussagen zur Gesprächsführung mit Patientinnen und Patienten treffen zu?

Zu Beginn des Gespräches sollten zunächst geschlossene Fragen gestellt werden, um rasch zu erfahren, weshalb die Patientin / der Patient eine Heilpraktikerin / einen Heilpraktiker aufsucht
Offene Fragen sind im Anamnesegespräch nicht üblich
Suggestivfragen sind zu vermeiden
Abwertende Bemerkungen sollten gemieden werden
Allgemeine Aussagen wie „Ich habe überall Schmerzen“ müssen durch gezieltes Nachfragen eingegrenzt werden

 

Frage 17

Welche Aussagen zu „Fatigue“ sind richtig?

Die betroffenen Patienten leiden oft unter einem Gefühl der Erschöpfung und Verschlechterung schon nach leichter Anstrengung
Zu den häufigsten Beschwerden bei Fatigue zählen Einschlafattacken und Muskelkrämpfe
Die Erfassung der Belastung der Patienten durch eine Fatigue ist im klinischen Alltag durch die routinemäßige Nutzung validierter Fragebögen gesicher
Fatigue tritt bei rezidivierenden oder progredienten Krebserkrankungen auf
Fatigue ist synonym verwendbar mit der Diagnose Neurasthenie

 

Frage 18

Ein 16-jähriger junger Mann steht seit drei Monaten in Ihrer psychotherapeutischen Behandlung. Sie behandeln auch die Mutter psychotherapeutisch. Zuvor war er erstmals aufgefallen, weil er aggressiv war, körperlich und verbal gegen seine Mutter und weil er Möbelstücke und Gegenstände aus der Wohnung in der ersten Etage auf die Straße geworfen hatte. Er wurde dann nach PsychKG in eine psychiatrische Klinik überwiesen und steht jetzt in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Man hat ihm
¬ Risperidon 2 mg Filmtablette 1-0-0-0 / Tag
¬ Olanzapin 2,5 mg Tablette 1-0-0-0 / Tag
verordnet. Mutter und Sohn leben in einem Haushalt, die Mutter überwacht die Medikamenteneinnahme.
Welche der folgenden Aussagen sind richtig?

Die Diagnose einer schizophrenen Erkrankung darf im Kindes- und Jugendalter nicht gestellt werden
Schizophrenie ist durch ein charakteristisches psychopathologisches Muster von Störungen in den Funktionsbereichen Wahrnehmung, Denken, Ich-Funktionen, Affektivität, Antrieb und Psychomotorik gekennzeichnet
Bei etwa 10–30 % der Betroffenen heilt die Erkrankung ohne Rückfall aus
Neben der medikamentösen Behandlung ist eine psychotherapeutische und psychosoziale Begleitung sinnvoll
Zu wichtigen Nebenwirkungen einer psychopharmakologischen Therapie gehören Dyskinesien sowie Gewichtszunahme

 

Frage 19

Welche der folgenden Aussagen zu einer Behandlung mit Lithium sind korrekt?

Lithium kann zu einem Tremor führen
Lithium hat eine hohe therapeutische Breite
Lithium wirkt antimanisch, antidepressiv und antisuizidal
Unter Lithium kann es zu einer Gewichtszunahme kommen
Lithium kann zu einem gesteigerten Durstempfinden (Polydipsie) führen

 

Frage 20

Welche Merkmale gehören zu der dissozialen Persönlichkeitsstörung?

Sehr niedrige Frustrationstoleranz
Sozial überangepasstes Verhalten
Mangel an Schuldbewusstsein
Vermeidung unbekannter Aktivitäten oder Situationen
Extreme Angst Beziehungen zu knüpfen

 

Frage 21

Welche der folgenden Aussagen zu Zwangshandlungen sind richtig?

Zu den häufigsten Zwangshandlungen zählen Kontrollrituale, Waschrituale und Zählzwang
In der Differenzialdiagnose muss darüber entschieden werden, ob die aktuellen Symptome im Rahmen einer Zwangsstörung oder im Rahmen einer anderen Störung einzuordnen sind. Dies kann der Fall sein, wenn Zwangssymptome zum Symptombild einer anderen Störung gehören oder wenn die Symptome zwar Zwangssymptomen ähneln, aber bei genauer Diagnostik anders einzuordnen sind, zum Beispiel als Sorgen im Rahmen einer generalisierten Angststörung.
Die Patientinnen / die Patienten leiden unten den Zwangsgedanken und Zwangshandlungen und werden in ihrer sozialen oder individuellen Leistungsfähigkeit behindert
Obwohl die Patientinnen / Patienten grundsätzlich einsehen, dass ihr Zwang und ihre daraus sich ergebenden Handlungen unsinnig sind, können sie nicht oder nur schwer unterlassen werden
Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Anspannung deutlich

 

Frage 22

Welche Symptome können bei einem Delir auftreten?

Störungen der Psychomotorik
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
Störung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit
Störung des Affekts
Störung der Kognition und Wahrnehmung

 

Frage 23

Welche der folgenden Aussagen in Bezug auf die somatoformen Störungen sind zutreffend?

Das Da-Costa-Syndrom (Herzneurose) gehört zu den den somatoformen autonomen Funktionsstörungen
Entspannungsverfahren sind kontraindiziert, da sie eine Fokussierung und damit Verstärkung der Schmerzwahrnehmung bewirken
Die Hypochondrie gehört nicht zu den somatoformen Störungen
Die dysmorphophobische Störung, auch körperdysmorphe Störung, wird zu den Essstörungen gezählt
Der Einsatz von Psychopharmaka kommt bei somatoformen Störungen in Betracht

 

Frage 24

Im Heilpraktikergesetz ist geregelt:

Das Verbot, Geburtshilfe – außer im Notfall – zu leisten
Die Verpflichtung zur Hilfe im medizinischen Notfall
Das Verbot zur Untersuchung und Behandlung von Mund-, Zahn- und Kieferkrankheiten
Das Verbot Heilversprechen zu geben
Das Verbot zur Ausübung der Heilkunde im Umherziehen

 

Frage 25

Eine 23-jährige Frau äußert Ihnen gegenüber, dass sie immer wieder nachgenannte Gedanken habe:
¬ „Hoffentlich blamiere ich mich nicht.“
¬ „Was denken die anderen über mich?“
¬ „Gleich lachen die mich aus.“
¬ „Was sage ich bloß, wenn ich meine Kollegen treffe?“
¬ „Ich werde dastehen wie ein Trottel.“
¬ „Das halte ich nicht aus, ich muss raus hier.“
Welche der folgenden psychischen Störungen liegt hier am wahrscheinlichsten vor?

Hebephrene Schizophrenie
Soziale Phobie
Agoraphobie
Zwangsstörung
Posttraumatische Belastungsstörung

 

Frage 26

Was trifft auf das demenzielle Syndrom zu?

Bei der Pseudodemenz handelt es sich um ein demenzielles Syndrom
Alogie und Apraxie gehören zum klinischen Bild
Zum Syndrom gehören Störungen des Affekts, des Antriebs oder des Sozialverhaltens
Die Diagnose kann, laut ICD-10, erst mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres gestellt werden
Zur Diagnosestellung müssen die Symptome über mindestens 3 Monate vorliegen

 

Frage 27

Welche Aussagen zur Praxisgründung sind richtig?

Sie müssen die Praxisgründung bei der zuständigen unteren Gesundheitsbehörde (Gesundheitsamt) anmelden
Eine Anmeldung beim zuständigen Finanzamt ist erst nach einem Jahr erforderlich, weil vorher keine Steuern zu entrichten sind
Sollten Sie eine oder mehrere Angestellte haben, so können Sie diese freiwillig bei der zuständigen Berufsgenossenschaft anmelden
Für Ihren Praxissitz müssen Sie eine feste Adresse haben
Sollten Sie eine oder mehrere Angestellt haben, so müssen Sie diese im Rahmen der Betreiberverantwortung mindestens einmal jährlich und bei Anlass über die bei der Arbeit in Ihrer Praxis bestehenden Gefahren und der durch Sie eingeleiteten Verhütungsmaßnahmen aufklären

 

Frage 28

Welche Aussagen sind richtig?

In der systemischen Therapie werden die dysfunktionalen innerfamiliären Beziehungen des Patienten geklärt
Die kognitive Therapie fußt auf Erfahrungen aus dem Flooding
Bei einer Verhaltensanalyse stehen die frühkindlichen Entwicklungsschritte im Vordergrund
Vor Beginn einer Psychotherapie sollte eine somatische Abklärung der Symptomatik erfolgen
Verhaltens- und Gedankenprotokolle gehören zum Methodenspektrum der tiefenpsychologisch fundierten Therapie