Augsburg, II, III

Mündliche Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie in Augsburg

Erfahrungsbericht zur mündlichen Prüfung in Augsburg im Jahr 2025

Anwesend war ein medizinisches Fachpersonal aus dem Gesundheitswesen sowie eine psychotherapeutisch tätige Person. Die Sitzung begann mit Fragen zu psychischen Erkrankungen und deren Auslösern, wobei das bio-psycho-soziale Modell als Erklärungsansatz genutzt wurde. Dabei wurden biologische, psychische und soziale Faktoren mit Beispielen aus allen Bereichen erläutert.

Im Anschluss wurde konkret erörtert, welche Substanzen psychische Erkrankungen auslösen können, darunter unter anderem aufputschende Drogen wie Ecstasy, Kokain und Amphetamine, Cannabinoide sowie Halluzinogene und verschiedene Medikamente.

Es folgten Ausführungen zu den Risiken von Substanzmissbrauch, beispielsweise soziale Konsequenzen wie Arbeitsplatzverlust und Beziehungsprobleme sowie gesundheitliche Schäden und die Gefahr der Abhängigkeitsentwicklung mit erhöhter Suizidgefahr. Die Risikoabklärung zur Suizidalität erfolgt dabei direkt, jedoch einfühlsam und sachlich.

Anschließend wurden Kriterien für eine Abhängigkeit nach ICD-10 besprochen, mit Fokus auf schädlichem Gebrauch sowie Symptomen wie Craving, Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen oder Kontrollverlust. Das Konzept der Einengung wurde als Fokussierung auf den Substanzkonsum auf Kosten sozialer und beruflicher Lebensbereiche erläutert.

Im weiteren Verlauf berichtete die psychotherapeutische Fachkraft über den Umgang mit einer hypothetisch akut suizidalen Person, betonte die Motivation zur freiwilligen Einweisung in eine psychiatrische Klinik und erläuterte den Einsatz des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes bei fehlender Einwilligung und akuter Selbst- oder Fremdgefährdung.

Zum Schluss wurde ein Fallbeispiel einer jungen Frau mit Ängsten und sozialem Rückzug vorgestellt. Psychische Diagnostik umfasste die Ausschlussdiagnose von Sozialphobie und Zwang sowie die Überlegung einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung anhand typischer Merkmale wie Perfektionismus und Kontrollzwang. Die Diagnose wurde vorsichtig formuliert unter Berücksichtigung möglicher Depressionen und organischer Ursachen.