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Mündliche Heilpraktikerprüfung Psychotherapie
April 2025
Gesundheitsamt München Stadt
Im April 2025 fand meine mündliche Heilpraktiker Psychotherapie Prüfung statt. Die Amtsärztin und zwei Beisitzerinnen begrüßten mich freundlich. Nach Formalitäten (Ausweis, Aufnahme) reichte man mir ein Fallbeispiel: 20-jähriger Jura-Student mit Mutter, Wahnvorstellungen (Kommilitonen lachen, Gedankenlesen via Radio), Stimmenhalluzinationen, 3 Jahre Persönlichkeitsveränderung, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall, mehr Rauchen.
Detailliertes Vorgehen im Fall:
Ich erklärte ausführlich, beim volljährigen Patienten zuerst die Mutter-Anwesenheit zu klären – bei Zustimmung Schweigepflichtentbindung einholen, sonst bitten, draußen zu warten. Symptome systematisch aufgelistet (Wahninhalte, Halluzinationen → F2-Psychose). Ich würde neurologische Abklärung fordern (organische Ursachen wie Tumore/Demenz ausschließen), Drogenkonsum (Cannabis psychotisch auslösend) seit wann/häufig abfragen. Affektiv Störungen (F30–F39)? Depression unwahrscheinlich (wenig Hinweise), aber Stimmungsschwankungen seit 3 Jahren → Zyklothymie prüfen (2-Jahre-Kriterium erfüllt?). Verdachtsdiagnose: Paranoide Schizophrenie (Prodromalphase). Differential Diagnose: Schizoaffektive Störung bei Dominanz depressiver Symptome (hier nicht). Die Prüferin fragte nach Alternativen und der 3-Jahre-Phase – ich bestätigte Prodromalphase, sie nickte zufrieden.
Suizidalität, Therapie & Recht:
Wegen Veränderung Suizidalität (Pöldinger-Schema) zwingend abfragen – ich beschrieb Schritt-für-Schritt (offene Fragen, Risikofaktoren, Plan). Psychoedukation durchführen, Neurologe/Psychiater empfehlen (Neuroleptika essenziell, ich nur supportiv nach Einstellung). Amtsärztlich: Unterbringungsarten detailliert (1. freiwillig, 2. zwangsweise akut, 3. gerichtlich) nach PsychKHG, Verfahren (SPD-Antrag, Gutachten, Gerichtsbeschluss, Rechte). Beisitzerinnen hatte keine weiteren Fragen: „Bestanden, alles abgedeckt!“








