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Mündliche Heilpraktikerprüfung Psychotherapie Dezember 2015

Gesundheitsamt Dortmund

 

Anwesende: Vorsitzender Hr. Dr. Biermann und zwei weibliche HPP

 

Dr. Biermann begrüßte mich, stellte sich und die beiden Heilpraktikerinnen vor und bat um Erlaubnis, das Tonband aufnehmen zu dürfen.

 

Erste HPP begann:

-Haben sie vor, eine Praxis aufzumachen?

-Was machen sie, wenn sich eine Patientin in sie verliebt?

(hier wollte Sie wissen, dass wir nicht einfach so die Patientin abgeben dürfen, sondern             natürlich erst nachdem ein neuer Therapeut gefunden wurde)

-In welchem Gesetz steht dieses Verbot? (Rätsel - Strafgesetzbuch?) - wie heißt das Verbot?

-Dürfen Sie nach Abgabe an einen anderen Therapeuten sexuellen Kontakt mit ihr haben? (Ja)

-Was versteht man unter dissoziativen Störungen, alle aufzählen

-Wie nennt man die noch? (wollten Konversionsneurose und Hysterie hören)

 

Zweite HPP:

-Eine junge Frau kommt in ihre Praxis und klagt, dass sie auf dem Weihnachtsmarkt immer so traurig sei. Wie gehen sie jetzt vor?

(Nun schloss sich ein 30-minütiges Gespräch an, ich fragte sämtliche Anamnesen und Befundfragen kreuz und quer und konnte nach einer halben Stunde nicht mehr herausfinden, als dass die fiktive Patientin einige Ängste seit Kindheit hat und zwanghafte Tendenzen. Ich war am Ende meines Wissens und hatte keinen Schimmer, in welche Richtung sie mich lenken wollte. Auf jeden Fall zum Arzt zum Abklärung. Ich konnte noch nicht einmal eine Verdachtsdiagnose stellen. Nach einer halben Stunde unterbrach der Vorsitzende und führte die Prüfung weiter.

(Nach Beendigung der Prüfung wurde mir mitgeteilt, dass sie eine Depression vorgespielt hätte)

 

Vorsitzender:

-Kompletten psychopathologischen Befund (nur Begriffe)

-Gehören Anamnesen zum psychopathologischen Befund? (Nein) -Welche gibt es?

-Was kann man alles in den ersten Minuten des Erstkontaktes erkennen (Verwahrlosung, gesenkter Kopf, leise Stimme …- was könnte das bedeuten?)

-Wer kommt bei einer Zwangsunterbringung nach PsychKG in meine Praxis; wer darf anordnen?

-Psychiatrische und körperliche Notfälle in der Praxis. (Hier wollte er exakte Handlungen von mir hören, wie ich mit einem Diabetiker, einem Schlaganfall, Herzinfarkt, Stupor, Delir in der Praxis umgehen würde. Er wollte genau wissen, auf welche Abteilungen diese Patienten eingeliefert werden müssten: Internistische, Intensiv, Neurologische, geschlossene Psychiatrie…).

-Wo in meiner Stadt befindet sich ein Krankenhaus mit geschlossener psychiatrischer Abteilung?

-Was mache ich, wenn ein intoxinierter Patient in meiner Praxis „randaliert“? (erst 110)

-Wie würde ich mit einem akuten Suizid umgehen, wie würde ein bayerische HPP mit Suizid umgehen? (hier wollte er wissen, dass das PsychKG länderspezifisch ist, also PsychKG NRW heißt)

-Wie reagiere ich, wenn ein Diabetiker plötzlich blass wird? Woher weiß ich, ob er über- oder unterzuckert ist? (nachdenken - keine Ahnung)

-Darf ich ihm ein Stück Zucker geben? (ja  - und zwar immer, da wir nicht unterscheiden können, was genau er hat und Zucker sein Leben retten könnte)

-Mit welcher Frequenz führe ich eine Herzmassage aus? (100 pro Min)

 

Dauer: 70 Minuten. Ich fand den Fall zu uneindeutig und die medizinischen Fragen zu schwer. Habe aber bestanden. Alle waren sehr freundlich und wohlwollend!