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Mündliche Heilpraktikerprüfung Psychotherapie Juni 2009

Gesundheitsamt Köln

Ersteinmal muss ich sagen – die Wartezeiten von der Anmeldung bis zur Prüfung sind in Köln einfach zu lange.

Die Prüfung war aber fair und freundlich. Die drei Prüfer waren freundlich interessiert an meinen Antworten fragten aber auch kritisch nach, wenn etwas nicht klar war.

Ich hatte ein Fallbeispiel zu Angststörungen.

Eine Frau (28 Jahre) kommt mir ihrer Freundin in die Praxis. Die Freundin berichtet, dass die beiden zusammen einkaufen wollten, zum ersten Mal seit längerer Zeit. Nachdem sie ein Kaufhaus betreten hatten, habe die Frau plötzlich große Angst bekommen und sei wieder nach draußen gelaufen. Dort sei es ihr wieder besser gegangen, die Shoppingtour aber war beendet, bevor sie richtig angefangen hatte und die Freundinnen seien zurück in die Wohnung der einen gegangen. Der Freundin sei ihre heftige Reaktion unangenehm und sie schäme sich dafür, habe aber endlich eingewilligt, Ihre Praxis aufzusuchen.

Fragen:

  • Wie lautet Ihre Verdachtsdiagnose? (→ Agoraphobie oder Panikstörung)
  • Kommt nicht auch eine Sozialphobie nicht in Betracht?
  • Nennen Sie die Merkmale einer Agoraphobie.
  • Nennen Sie die Merkmale einer Panikstörung.
  • Wie lassen sich Agoraphobie, Panikstörung und Sozialphobie unterscheiden?
  • Wie häufig müssen die Symptome nach ICD-10 auftreten um Grundlage einer Diagnose sein zu können?
  • Gibt es andere mögliche Ursachen für die genannten Symptome? (→ spezielle Phobie, z.B. frühere Konfrontation mit einem Angstobjekt in dem Kaufhaus)
  • Weitere Möglichkeiten? (→ die Antwort war: Posttraumatische Belastungsstörung (zurückliegendes traumatisches Erlebnis in dem Kaufhaus), da bin ich aber nicht drauf gekommen)

Fazit: Die Prüfer waren sehr nett und wohlwollend. Nach kurzer Beratung lautete das Urteil: bestanden!