Tübingen 2009, 2012

Mündliche Heilpraktikerprüfung Psychotherapie Tübingen April 2009

Im Prüfungsraum wurde ich von drei Prüfern empfangen. Nachdem diese sich kurz vorgestellt hatten, sollte ich etwas zu meiner Person, meiner Ausbildung und Arbeit sagen.

Ich erzählte, dass ich bereits seit drei Jahren meine eigene Praxis besitze, in der ich als psychologische Beraterin und Coach tätig bin. Daraufhin sollte ich den Unterschied zwischen Beratung/Coaching und Therapie erklären.

Über meine Erklärung kamen wir dann auf Zwangsstörungen zu sprechen, ich sollte die verschiedenen Störungen nennen und sagen, was ich darüber weiß.

Dann ging es um die Zwangsgedanken. Als ich die Symptome nach ICD-10 aufzählte, wurde ich jedoch unterbrochen: Die Prüfer wollten weniger trockene Theorie, sondern lieber etwas über den lebendigen Menschen hören. Da ich schon einen Klienten mit Zwangsgedanken in meiner Praxis gehabt hatte, konnte ich ohne Schwierigkeiten nicht nur die Symptome, sondern auch die Ängste und Sorgen des Betroffenen schildern.

Darauf folgte ein Rollenspiel, in dem die Prüferin die Rolle einer Patientin übernahm. Auf die Frage, wie ich ihr helfen könne, stellte ich die verschiedenen Therapien vor und erklärte mein geplantes Vorgehen. Sie war damit jedoch nicht einverstanden, unterbrach mich wiederholt, ihre Stimme, Körperhaltung und Gestik drückte klar Ablehnung aus. Ich ließ mich davon jedoch nicht irritieren, und konzentrierte mich ruhig und entspannt weiter auf meine verzweifelte Patientin. Ich zeigte Empathie und Respekt für sie und ihre Symptome und bemühte mich, ihr die Möglichkeiten meiner Hilfe darzulegen. Schließlich konnte ich sie überzeugen, sich auf die Therapie einzulassen.

Danach wurde ich gefragt, worauf beim pathologischen Befund zu achten ist und sollte Beispiele geben. Nachdem ich auch Symptome, Einteilung der Schweregrade nach ICD und Besonderheiten bei der Behandlung von depressiven Störungen erklärt hatte, sollte ich abschließend noch beschreiben, was im Suizidfall zu tun, welche Anzeichen es gibt und wie ich darauf angemessen reagiere.

Damit war nach nur 30 Minuten meine mündliche Prüfung vorbei. Die Prüferin habe ich dabei als sehr hilfreich empfunden, da sie durch gezielte Nachfragen oder Beispiele bei Unsicherheiten geholfen hat.

Nach sehr kurzer Beratung der Prüfungskommission stand die Entscheidung fest: Ich habe bestanden.

Fazit: Ich war gut vorbereitet und hatte die Prüfungssituation vorher auch trainiert. Das hat mir die nötige Sicherheit gegeben, in der Prüfung zu bestehen.