Hannover 2011, 2013 l, 2013 ll, 2014, 2014 Mai

Mündliche Heilpraktikerprüfung Psychotherapie
Dezember 2013

Gesundheitsamt Hannover

Gedächtnisprotokoll

14:05 Uhr Beginn

  • drei Prüfer: eine Psychologin, ein Psychiater (kam mit hängender Zunge etwas zu spät), eine Vorsitzende (die keine Fragen gestellt hat bis auf: gesund und prüfungsfähig?)
  • freundliche Atmosphäre, Smalltalk, Getränk angeboten bekommen

Start durch die Psychologin:

  • Erzählen Sie über Ihren Werdegang!
  • Warum wollen Sie HP Psych werden?
  • Mit welchen Patienten werden Sie arbeiten und mit welchen nicht?
  • Wie haben Sie sich auf die schriftliche und mündliche Prüfung vorbereitet?
  • Wie definieren Sie Beratung, Coaching und Therapie?
  • Warum ist der Unterschied wichtig?
  • Ein Patient kommt zu Ihnen. Was nun?
  • Schildern Sie den Ablauf und Ihr Vorgehen beim Erstkontakt!
  • Was verstehen Sie unter Anamnese?
  • Und was unter Befund und Diagnose?
  • Welche Arten der Diagnose sind Ihnen bekannt?
  • Welche Elementarfunktionen kennen Sie?
  • Wie können Sie diskret die Elementarfunktionen überprüfen?
  • Welche Beobachtungen sind bei den einzelnen Elementarfunktionen möglich? Nennen Sie je ein Beispiel!
  • Wie können Sie sich selbst rechtlich schützen?
  • Haben Sie Kinder?
  • Was, wenn Sie einem Patienten gegenüber sitzen, der seine Gewalt auch gegen Kinder richtet?
  • Was, wenn Gehörtes Sie belastet und Sie das regelmäßig mit nach Hause nehmen?

Weiter ging es mit dem Psychiater (sehr salopp im Ausdruck):

Situation:

Ein Elternpaar kommt wegen des halbwüchsigen Sohnes, der „keinen Bock auf gar nichts hat“. Dieser ist auch dabei, spricht aber kein Wort und macht einen ablehnenden Eindruck. Was tun Sie? (weitere Infos kommen nach und nach: vermutlich keine Drogen, ist nicht kriminell, hat so gut wie keine Freunde und dann auch nur oberflächliche Bekanntschaften, keine Hobbies außer PC-Spiele, kein Sport, schulische Leistungen soweit o.k., wohnt zuhause und will da auch nicht raus/Hotel Mama)

  • Welche Persönlichkeitsstörungen kennen Sie?
  • Beschreiben Sie deren Merkmale jeweils kurz und bündig (alle!)
  • Wie unterscheiden sich Neurosen von Persönlichkeitsstörungen?

Situation:

Ihre Dorfgemeinschaft hatvon Ihrer frisch abgeschlossenen Ausbildung erfahren und bittet Sie, einen bestimmten Nachbarn (Richard) mal zu untersuchen. Dieser fällt durch sein verwahrlostes Grundstück nebst Vorgarten auf. Was tun? (weitere Infos folgen nach und nach: kein Therapieauftrag, sondern lediglich eine Bitte, der die Besorgnis der Dorfgemeinschaft zugrunde liegt; Richard ist einverstanden mit einem Hausbesuch bei ihm. Im Haus gleiches Durcheinander wie draußen, benutztes Geschirr mit alten Speiseresten, Kühlschrank und Regale voll mit Dosenravioli, strenger Geruch, der von Richard ausgeht. Steile Treppe ins Obergeschoß (!!!), Richard wacklig auf den Beinen und ein wenig durcheinander, aber nicht gewalttätig oder offensichtlich suizidgefährdet.)

  • Wen rufen Sie an?
  • Was passiert dann?
  • Wie ist die rechtliche Grundlage?
  • Es geht doch niemanden etwas an, wie einer seinen Vorgarten gestaltet, oder?
  • Sollte man Richard nicht erst mal in Kur schicken und aufpäppeln?
  • Wo ist der Unterschied zwischen dem Krankenhaus Nienburg und der Psychiatrie in Wunstorf?

14:45 Uhr meldet sich die Vorsitzende: Zeit ist gleich um. Keine weiteren Fragen.

Drei Minuten auf dem Flur warten.

Wieder drinnen: Wie war´s? Haben Sie bestanden?